Stadtgeschichte

 

Stadtgeschichte

Von der frühen Stadtentwicklung bis zum Freiheitsbrief

von Gerd Klimpel zusammengestellt für die Jubiläumsführung 2017

Frühe Stadtentwicklung
Um 800 … sind Eisenerzfunde rund um Altena belegt. Waldschmiede mit ihren Familien hausen auf den Höhen rund um Altena, fördern die Erze, verhütten sie in Rennöfen zu Osemundeisen, welches sie ausschmieden und daraus Werkzeuge, Waffen und Draht fertigen.
Über 400 Verhüttungsplätze rund um Altena sind nachgewiesen. Der Draht, der für Kettenhemden benötigt wird, wird durch Muskelkraft auf sogenannten Schockenzügen gezogen, bis man im 14. Jahrhundert in Altena eine brauchbare Technik entwickelt, den Draht mit Wasserkraft zu ziehen.

Funde im 19. Jahrhundert durch den Kriminalrichter Castringius weisen darauf hin, das der Burgberg, die Wulfsegge, zu dieser Zeit schon besiedelt war.
1000 / 1100: Grafen von Berg nehmen das Land um Altena als Lehen und bauen die Burg vermutlich zum Schutz der aufkeimenden Eisenindustrie.
Die Grafen legen zwei Vorburgen an als Siedlung in der Nette, durch die eine Hauptverkehrsader von Altena zum Hellweg und ins Bergische Land entsteht, und an der Lenne.

1147 - 1149: Die ersten Bewohner dieser Siedlungen kommen nicht von hier. 1722 präsentiert der Steuerrat von Esselen das Ergebnis seiner Studien, wonach die ersten Siedler, die als „Muselmanni“ bezeichnet wurden. Möglich ist, dass Graf Adolf II. von Berg, der am 2. Kreuzzug teilnahm, Gefangene aus der Westtürkei mitbrachte und hier ansiedelte. 1152 … wird die Burg Altena, die bisher im Wesentlichen nur aus Bergfried besteht, weiter ausgebaut und bietet weiteren Mitgliedern der Grafenfamilie Wohnraum. Mehrere repräsentative Wohngebäude, ein Kapelle, Stallungen, Back- und Brauhaus und eine Schmiede entstehen. 1160 Graf Eberhard ist der erste, der sich durchgehend „Graf von Altena“ nennt und seinen ständigen Wohnsitz auf der Burg Altena nimmt. 1189 Graf Friedrich von Altena verlegt den Stammsitz der Adelsfamilie auf die Wasserburg Mark bei Hamm. Die Grafen nennen sich später „Grafen von der Mark“ Die Lebensgrundlage der Altenaer ist das Drahtgewerbe. Um 1200 stammt die erste bekannte Urkunde der Grafen von Altena. Graf Arnold von Altena gewährt hiermit den Bremer Bürgern freies Geleit durch sein Land. 1315 Unter Graf Engelbert II. von der Mark wird die Pfarrkirche in Altena fertig gestellt, die der Heiligen Katharina von Alexandria geweiht ist (heute: Lutherkirche) um 1330 … wird die ertragreiche Eisenindustrie des Märkischen Sauerlands unter Graf Adolf II von der Mark weiterentwickelt. Altenaer Bürger entwickeln in dieser Zeit die Technik des Eisendraht-Ziehens mit Wasserkraft. 1346 … übernimmt Graf Engelbert III. von der Mark die Regierungsgeschäfte. Sein Verwaltungssitz ist hauptsächlich die Burg Blankenstein. 1367 … verleiht Graf Engelbert „unsen lieven burgeren tho Althena“ wegen treuer Verdienste gegenüber dem Grafenhaus den Freiheitsbrief. Mit „Verdienste“ können gemeint sein: – Die Verteidigung der Burg – Die Teilnahme an Fehden und Kampfhandlungen des Grafen – Die gelungene Entwicklung des Drahtziehens mit Wasserkraft. Mit dem Freiheitsbrief erhalten die Altenaer einen eigenen Gerichtsbezirk. Genaue Anweisungen für das Gericht sind enthalten. So ist unter anderem festgelegt, dass zugefügte Verletzungen bis ein Fingerglied tiefe mit 5 Mark zu bestrafen sind; bei tieferen Wunden droht der Verlust der Hand. Wer einen anderen totschlägt, ist vogelfrei, und für unblutige Verletzungen – sog. Dullschläge – beträgt die Strafe außerhalb der Freiheit 4 Schilling, innerhalb der Freiheit 5 Mark. Die Bürger dürfen Richter, Bürgermeister und Magistrat selbst wählen. Das Eichen von Lebensmitteln wird Aufgabe des Bürgermeisters, der auch die Preise Wein, Bier und Brot festlegt. Die Zollfreiheit in gräflichen Landen ist durch den Freiheitsbrief garantiert, und das Erbrecht wird geregelt. Während bisher die Hinterlassenschaften eines Verstorbenen dem Grafen zufielen, dürfen nun auch Verwandte erben. Die Bürger dürfen ihr Vieh zur Mast in die Markenwälder treiben. Außerdem darf kein Altenaer Bürger zu Arbeiten an landesherrlichem Eigentum gezwungen werden; nur beim Brückenbau müssen sie Handlangerdienste verrichten, allerdings auf Kosten des Grafen. Ein Marktrecht ist in diesem Freiheitsbrief noch nicht erhalten. Einen Wochenmarkt erhalten die Bürger erst 1414 von Graf Adolf II. (später Herzog von Kleve). 1395 … wird die erste Drahtrolle, eine „Harnaschrolle“ in der Nette Das Drahthandwerk war und ist bis heute die wichtigste Einnahmequelle für Altena. 1770 bekräftigt König Friedrich II. (der Große) von Preußen das Privileg, dass Altenaer Männer wegen der Wichtigkeit des Drahthandwerks keinen Wehrdienst leisten brauchen. Heute beträgt der Anteil des Drahtes aus Altena 18 % der Welt-Drahtherstellung.

Hier werden Sie von Zeit zu Zeit Artikel zur Stadtgeschichte finden.

Zieheisen

Altena - seit Jahrhunderten auf Draht

Lutherkirche

Im Stadtkern - die alte Stadtkirche"

Mohrenkuhle

Die Mohrenkuhle - im alten Siedlungskern der Nette"

Regina

Plastik von Wolfgang Kreutter im Garten der Burg Holtzbrinck
Geschenk des 'Altenaer Kreisblattes' an die Stadt Altena anlässlich seines 150jährigen Bestehens.

Glockenspiel - initiiert von Arnold Rump, gesponsert von Altenaer Firmen, Vereinen und Einzelpersonen - zur Erinnerung an den Dichter-Komponisten Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio, der beeindruckt von der Landschaft das Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" schuf.

Pott Jost Denkmal von Peter Klassen
aufgestellt anlässlich des Neubaus der Ersatzbrücke für die Steinerne Brücke. Der Rat beschloss am 2.5. 1988, dass die Brücke 'Pott-Jost-Brücke' heißen sollte.

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